Bau 30, Raumfabrik Durlach, D

Rund um die Ecke

Dieses Bürogebäude verspricht ein ganz besonderes Raumerlebnis. Die aufgeständerten Obergeschosse, die raumhohen Glasfassaden mit gerundeten Ecken und zwei Lichthöfe verleihen dem Bauwerk genau die Transparenz und Offenheit, die ein zeitgemässes Office ausmachen.

Der Name ist Programm: Im Gewerbepark „An der Raumfabrik“ bietet die Raumfabrik Vermietungsgesellschaft Unternehmen aller Grössenordnungen flexibel einteilbare Büroflächen in insgesamt 21 Gebäuden; teils in historisch erhaltenem Bestand, teils in modernen Neubauten. Der sogenannte „Bau 30“ nach dem Entwurf des Karlsruher Architektbüros Ruser und Partner mbB bildet den nördlichen Schlusspunkt einer Reihe von Solitärbauten auf dem Gelände. Seine amorphe Form – ein unregelmässiges Fünfeck – reagiert auf diesen baulichen Kontext, innerhalb dessen der Bau 30 das Entrée markiert. 
Abweisend wirkende, spitz zulaufende Ecken wollten die Architekten in dieser exponierten Lage unbedingt vermeiden. Glücklicherweise hatten sie mit der Raumfabrik Vermietungsgesellschaft einen verständnisvollen Bauherrn, der sich für ihren aussergewöhnlichen Entwurf begeisterte. Entstanden ist ein unverwechselbares Gebäude, das sich auch durch seine nahezu vollständig verglasten Fassaden auszeichnet. Lediglich die Öffnungsflügel für eine natürliche Belüftung wurden nicht verglast, sondern mit anthrazitfarbenen Paneelen geschlossen. Dahinter verbergen sich, für den Betrachter von aussen unsichtbar, die Heizkörper.

Im Grundriss gerundete Stahlfassaden

Die Hellmann Metallbau GmbH, Eggenstein, fertigte die raumhoch verglaste Pfosten-Riegelfassade aus zwei Profilen der VISS-Systemfamilie: Für die geradlinigen Bereiche kam die VISS Fassade in einer Ansichtsbreite von 50 Millimetern zum Einsatz; die im Grundriss gebogenen Bereiche wurden mit VISS Basic Fassade realisiert. Die Stahlprofile fassen die riesigen Glasscheiben – sie sind durchwegs 3,20 Meter hoch und die grösste ist 3,50 Meter breit – in vergleichsweise schmalen Rahmen. Die Schwierigkeit für den Metallbauer bestand weniger in der Fassadenkonstruktion selbst als vielmehr in der Tatsache, dass mit der Herstellung der Elemente begonnen werden musste, als der Rohbau noch nicht fertiggestellt war.
Ein Aufmass am Bau war also nicht möglich. Um eventuelle Toleranzen des Rohbaus aufzufangen, sah man auf jeder Etage ein Ausgleichsfeld vor, welches erst ganz zum Schluss mit einem passgenau gefertigten Element geschlossen wurde. Passgenauigkeit ist immer auch eine Herausforderung bei der Fertigung von im Grundriss gerundeten Fassaden. Trotz aller Präzision kann es zu geringfügigen Abweichungen im parallelen Verlauf von Stahlprofil und Scheibe kommen. Um solche Toleranzen auszugleichen, empfiehlt Jansen die Nassverglasung, wie sie auch hier bei allen gebogenen Profilen zur Ausführung kam. Das Glas ist ein Zweischeiben-Isolierglas mit einer hauchdünnen Sonnenschutzbeschichtung. Trotz der runden Verglasungen wurde an der gesamten Fassade ein aussen liegender Sonnenschutz realisiert; an den Rundungen als gebogen gelaserte Sonderanfertigung.
Bau 30 Raumfabrik Karlsruhe
Die „schwebenden“ Obergeschosse mit den an den Ecken gerundeten Pfosten-Riegelfassaden verleihen dem Gebäude Leichtigkeit und Transparenz.
900
m² Bürofläche
3.2
m hohe Glasscheiben
Bau 30 Raumfabrik Karlsruhe
Die hellen Innenräume des Bau 30 tragen massgeblich zur angenehmen Arbeitsatmosphäre bei.

Einzigartiges Design lohnt sich

Das Erdgeschoss von Bau 30 beherbergt den Eingangsbereich und eine kleine Ausstellungsfläche für die Präsentation von Produkten und Dienstleistungen der Nutzer. Durch die Aufständerung der darüber liegenden Ebenen entstanden überdachte Parkplätze unmittelbar am Gebäude. Die beiden Obergeschosse bieten jeweils 900 Quadratmeter Bürofläche. Ein massiver Treppenhauskern aus Stahlbeton verbindet die drei Ebenen miteinander.

Die scheinbar schwebenden Obergeschosse, die verglaste Pfosten-Riegelfassade mit den abgerundeten Ecken und zwei ebenfalls raumhoch verglaste, begrünte Lichthöfe verleihen dem Gebäude genau die Transparenz und Offenheit, die ein zeitgemässes Office ausmachen – und damit zu seiner Marktgängigkeit beitragen: Der Bau 30 war schon lange vor der Fertigstellung vermietet. (AMR)
Bautafel
BAuherr
Architekten
Ruser und Partner mbB, Karlsruhe
Metallbau
Hellmann Metallbau GmbH, Eggenstein
Stahlprofilsysteme
FOTOGRAFIE
© Daniel Vieser Architekturfotografie, Karlsruhe